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Wirtschaftsjunioren Nordoberpfalz auf der Spur von Innovationen

Die Veranstaltungsreihe „Zur Sache, Junioren“ widmete sich diesmal mit Vorträgen von Lucie Valentová und Bernard Häring (rechts) dem Thema Innovation. Mit im Bild: WJ-Kreissprecher Florian Schläger (links) und Albrecht Hör.

Sich neu erfinden, etwas neu erfinden, andere neu erfinden lassen – aber dabei nicht das Rad neu erfinden: So lässt sich auf den Punkt bringen, was das Thema Innovation für Unternehmen bedeutet. Wer es etwas konkreter wissen will, kann dies bei der Hör INNOVATIV GmbH in Wöllershof erfahren.

Dem Oberpfälzer wird gemeinhin vieles zugetraut, aber nicht unbedingt, dass er besonders innovativ ist. Tatsache ist aber: Obwohl die Oberpfälzer nur 1,3 Prozent der deutschen Bevölkerung stellen, werden drei Prozent der Patente hier angemeldet. Das spricht für Erfindergeist.

Statt findet dieser überwiegend in den kleinen und mittleren Unternehmen – große Konzerne lassen oftmals zwei Drittel ihrer Innovationen von anderen erledigen, berichtete Bernhard Häring, kaufmännischer Leiter der Wöllershofer Hör INNOVATIV GmbH, den Wirtschaftsjunioren Nordoberpfalz im Rahmen der Vortragsreihe „Zur Sache, Junioren“. Der ehemalige Konzernmitarbeiter muss es wissen. Doch sein jetziges Unternehmen hat sich die Innovation nicht nur in den Namen geschrieben, sondern tüftelt jeden Tag an neuen Maschinen, die leistungsfähiger und wirtschaftlicher oder besser für die Umwelt sind.

Besonders stolz ist man in dem Anfang 2016 gestarteten Unternehmen derzeit auf eine Mini-Brauanlage. Zu einem Drittel des Preises der Konkurrenzanbieter lässt sich damit schon sehr professionell schmeckendes Bier brauen. Innovativ ist dabei nicht der Gerstensaft, sondern die Steuerungstechnik.

 

Der Clou steckt im Detail

Dass es häufig eher die kleinen, nicht direkt augenfälligen Teile sind, in denen der Kniff steckt, zeigt auch der Blick auf die Ersatzteile für Oldtimer oder vermeintlich schlichte Zahn-, Teller- oder Spiralkegelräder. „Jedes von ihnen ist eigentlich eine eigene Erfindung, obwohl wir diese Dinge schon seit Leonardo da Vinci kennen“, so Häring.

Der kluge technische Kopf hinter all dem ist Albrecht Hör, der im Netzwerk mit Wissenschaftlern und anderen Unternehmern immer wieder Neues entwickelt – auch und gerade gegen den Widerstand derer, die meinen, etwas ginge eben einfach nicht. „Doch wenn der Hör sagt, das geht, dann geht das auch“, meint Häring. Innovative Ideen stießen am Anfang immer auf Widerstand und sorgten für Konflikte, weil sie häufig unbequem seien.

 

Mitarbeiter zur Innovation ermutigen

Sich davon nicht abschrecken zu lassen und auch die Mitarbeiter zu ermutigen, eigene Ideen zu entwickeln, sei die eigentliche Kunst, erklärte Wirtschaftsjuniorin Lucie Valentová im Rahmen ihres Vortrags. Die studierte Betriebswirtin aus Tschechien berät für den Bezirk Oberpfalz Unternehmen nicht nur zum Thema Innovation, sondern auch in allen Fragen des damit zusammenhängenden Kleingelds, sprich Fördermitteln.

„Innovation ist ein Prozent Idee und 99 Prozent Transpiration – das sagt Albert Einstein“, so Valentová. Tatsächlich ist der Innovationsprozess für die meisten Menschen eine anstrengende Sache, daher wird ein Großteil der Mitarbeiter erst aktiv, wenn er unbedingt müsse, wenn also etwa der Arbeitsplatz gefährdet sei.

 

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„Wir investieren sehr viel Zeit, um die Probleme des Alltags zu lösen, aber vergleichsweise wenig, um uns mit der Zukunft zu beschäftigten“, erklärte sie. Das hemme ein innovationsfreundliches Klima in vielen Unternehmen. Wie es auch dort gelingt, die Kreativität zu fördern, erfuhren die Wirtschaftsjunioren aber auch. Denn jeder Mensch sei von Natur aus in irgendeiner Weise kreativ.

 

Tipps für mehr Kreativität

Wichtig, um diese Kreativität zu wecken, ist es, den inneren Autopiloten bei allen Handlungen auszuschalten. Wer die immer gleichen Dinge routiniert tut, nimmt seine Umwelt dabei möglicherweise gar nicht mehr war, das verhindert anregende Impulse.

Außerdem sei es wichtig, Einfälle nicht gleich zu bewerten – denn nicht alles, was erst einmal verrückt klinge, sei es tatsächlich auch. Umgekehrt sollte man sich aber auch nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden geben. Je mehr neue Ideen produziert werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas davon tatsächlich sinnvoll und umsetzbar ist.

Es lohnt sich, Annahmen zu hinterfragen, die Perspektive zu wechseln und Dinge einfach neu zu kombinieren. Heraus kommt dann vielleicht die Butter in Labello-Form für den heißen Frühstückstoast – oder wie im Falle von Hör INNOVATIV ein dezentrales und effizientes Mini-Blockheizkraftwerk.

 

Der Erfindergeist ist unbegrenzt

Doch wie entscheiden Unternehmen dabei, welche Ideen es sich zu verfolgen lohnt und welche doch zu innovativ sind? Tatsächlich mit einem Stück Lebenserfahrung, meint zumindest Häring. „Innovationen sind nichts für junge Leute“, ist er sich sicher, „sondern gerade für den nicht ruhenden Erfindergeist, der vieles bereits beurteilen kann.“

 

 

 

 

 

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