Ge(h)spräche 2026 - Wasser. Boden. Klima

Extremwetter unterstreicht Relevanz: „Ge(h)spräche“ 2026 in Bodenwöhr im Zeichen von Klimaanpassung und Bodenschutz

Die diesjährigen Ge(h)spräche, welche erneut in bewährter Kooperation mit der Initiative OHA! Ostbayern handelt organisiert wurden, widmeten sich am 1. Juli 2026 in Bodenwöhr dem Leitthema „Wasser, Boden und Klima“. Wie dringlich das Thema ist, zeigten die Wetterkapriolen direkt vor Ort: Auf eine extreme sommerliche Hitzewelle folgten am Veranstaltungstag heftige Stürme und Starkregen – ein Szenario, das die Notwendigkeit widerstandsfähiger Landschaften verdeutlichte.

Zahlreiche Teilnehmer informierten sich beim Sportheim des SV Erzhäuser-Windmais und direkt am erfolgreich renaturierten „Pingartener Graben“ über zukunftsfähige Konzepte. Im Fokus standen dabei zwei Fachimpulse aus bayerischer und tschechischer Perspektive:

Der Boden als lebendiger Organismus und natürlicher Wasserspeicher

Franz Rösl (IG Gesunder Boden) präsentierte alarmierende Daten: Die Grundwasserneubildung in Bayern ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 Prozent gesunken. Als Ursache nannte er historische Entwässerungen und Waldrodungen. Rösl betonte, dass Boden als biologischer Organismus verstanden werden muss. Statt rein technischer Symptombekämpfung fordert er gesunde, humusreiche Böden. Eine intakte Bodenstruktur kann bei Starkregen bis zu 100 Liter Niederschlag pro Stunde aufnehmen und erzeugt durch kontinuierliche Verdunstung essenzielle Kühlenergie gegen die Erhitzung der Landschaft.

Strategischer Landschaftsumbau in der Region Pilsen: „Zdravá krajina“

Die grenzüberschreitende Perspektive brachte Ing. Jakub Rataj (Plzeňský kraj) aus Pilsen ein. Er stellte das Projekt „Zdravá krajina“ (Gesunde Landschaft) vor. Da historisch rund 60 Prozent der dortigen Flächen künstlich entwässert wurden, führt die Region flächendeckende hydrologische Analysen durch und hat 20 Prioritätsflächen definiert. Rataj unterstrich, dass man den Landschaftsumbau nicht den einzelnen Kommunen allein überlassen darf: Von den 501 Gemeinden der Region Pilsen sind rund 200 sehr klein und besitzen keine eigenen fachlichen Kapazitäten. Das Projekt bietet daher zentrale Koordination, finanzielle Unterstützung und setzt konkrete Maßnahmen wie den Bau neuer Weiher um.

Praxisnaher Austausch und starkes Netzwerk

Ein besonderer Dank gilt dem Gastgeber, Bürgermeister Georg Hoffmann, für die Einblicke in die erfolgreiche Renaturierung vor Ort sowie dem SV Erzhäuser-Windmais für die Gastfreundschaft im Sportheim. Wir haben uns sehr über die zahlreichen Teilnehmer und die unzähligen spannenden Diskussionen gefreut. Der rege Austausch hat gezeigt, wie wichtig und lebendig dieses grenzüberschreitende Netzwerk für unsere Region ist.

7. Bayerisch-Tschechischer Unternehmertag 13.10.2026