Gesichter der Region - Technologische Vernetzung und kulturelle Brücken mit Kateřina Podaná

Kateřina Podaná: Die Brückenbauerin zwischen Technologie und Wirtschaft

Kateřina Podaná, Managerin des Klastr Mechatronika, ist das Gesicht der technologischen Vernetzung im bayerisch-tschechischen Grenzraum. Seit fast 20 Jahren baut sie Barrieren ab, um KMU den Weg zu Innovationen zu ebnen. Ein Porträt über persönliche Motivation, kulturelle Aha-Momente und die Vision einer grenzenlosen Arbeitswelt.

Gemeinsamkeiten entdecken: Mehr als nur Nachbarschaft

Frage: Was fasziniert Sie persönlich am meisten an der Arbeit in der grenzüberschreitenden Kooperation? Gab es einen Moment, ein Projekt oder eine Anekdote, bei der Sie dachten: ‚Dafür lohnt sich der Aufwand‘, und der Sie weiterhin motiviert?

Kateřina Podaná: Es sind die kleinen Momente, die zeigen, dass kulturelle Unterschiede oft nur in unseren Köpfen existieren. Als ich mich am Knie verletzte, sagte ein bayerischer Kollege: „Bis du heiratest, ist alles wieder gut!“. Diesen Spruch kannte ich eins zu eins von meiner tschechischen Oma. Solche geteilten Wurzeln sind das Fundament, das die Zusammenarbeit nicht nur leichter, sondern auch unheimlich motivierend macht.

Mentalitätscheck: Selbstlob und Unterstützung

Frage: Der Aufbau eines Clusters erfordert viel Überzeugungsarbeit. Welche persönliche Frustration mussten Sie in der Zusammenarbeit mit bayerischen Partnern überwinden, und was haben Sie dabei über die andere Seite gelernt?

Kateřina Podaná: Frustration ist ein zu starkes Wort. Mir fällt jedoch auf, dass Menschen in Bayern Erfolge oft offener kommunizieren; wir Tschechen müssen am ‚Selbstlob‘ noch arbeiten. Zudem fällt es uns schwerer, aktiv nach Hilfe zu fragen. Während bayerische Firmen direkt auf Institutionen zugehen, versuchen tschechische Unternehmen vieles erst einmal auf eigene Faust oder suchen Unterstützung bevorzugt über bereits bestehende, persönliche Kontakte zu Universitäten.

Erfolg heißt: Raus aus der Komfortzone

Frage: Wann fühlen Sie persönlich den Erfolg Ihrer Arbeit als Cluster-Managerin an der Grenze?

Kateřina Podaná: Wenn ich sehe, dass die Berührungsängste schwinden. Tschechische Firmen trauen sich immer mehr aus ihrer Komfortzone heraus, und junge bayerische Talente entdecken Tschechien als attraktiven Karrierestandort. Unsere Multiplikatorentreffen sind Kraftwerke für diese Energie – sie zeigen, dass wir Hürden gemeinsam nehmen können.

Die Vision: Qualifikation vor Geografie

Frage: Wenn die Grenze in 10 Jahren in der Wahrnehmung der Menschen verschwunden ist: Was glauben Sie verändert sich im Denken der jungen Generation und Unternehmer in der Region Pilsen?

Kateřina Podaná: Für mich schwindet die Grenze bereits jetzt. In Zukunft wird die junge Generation ihre Entscheidung für einen Bildungs- oder Berufsweg allein nach der Branche und der Qualifikation treffen, nicht nach dem Land oder der Sprache. Es ist unsere Pflicht, ihnen zu zeigen, welche enormen Möglichkeiten direkt vor ihrer Haustür liegen.

 

 

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