Dr. Markus Meinke: Vernetzung über Grenzen hinweg
Dr. Markus Meinke ist beim Bezirk Oberpfalz eine zentrale Figur für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Sein Ziel ist es, durch interkulturelle Kompetenz und gezielten Austausch einen spürbaren Mehrwert für die Menschen in der Oberpfalz und der Region Pilsen zu schaffen. Der Beitrag beleuchtet seinen Weg vom Wissenschaftler zum Netzwerker und seine Vision eines Raums, in dem die Grenze nur noch eine formale Linie ist.
Vom Hörsaal in die Region
Frage: Was war Ihr persönlicher Startschuss für das Engagement in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Oberpfalz-Pilsen? Gibt es ein Schlüsselerlebnis oder eine Begegnung, die Ihre Überzeugung für diese Arbeit maßgeblich geprägt hat?
Dr. Markus Meinke: Einen direkten Startschuss gab es nicht; es war ein kontinuierlicher Prozess aus meiner Forschungsarbeit an der Universität Regensburg. Die Gründung der Europaregion Donau-Moldau im Jahr 2012 bot schließlich den idealen Anknüpfungspunkt, um beim Bezirk Oberpfalz aktiv in die grenzüberschreitende Praxis einzusteigen. Seither entwickeln sich stetig neue Themenfelder, die für unsere gemeinsame Region von Bedeutung sind.
Verständnis als Basis der Kooperation
Frage: Als Vertreter des Bezirks haben Sie eine besondere Verantwortung. Welche persönliche Eigenschaft oder Fähigkeit ist für Sie in dieser Rolle im Grenzraum am wichtigsten? Und welche spezifische grenzüberschreitende Hürde nehmen Sie persönlich am schwersten in Kauf?
Dr. Markus Meinke: Zentral ist für mich das Verständnis für die Anliegen unserer tschechischen Partner. Auch wenn man über dasselbe Thema spricht, können Standpunkte und Zugänge komplett verschieden sein – hier muss man Wege finden, trotzdem gemeinsam ans Ziel zu kommen. Die größte Hürde bleibt die Sprache: Ohne sie ist es schwierig, das notwendige Vertrauen für eine solide Zusammenarbeit aufzubauen.
Erfolg, der Leben rettet
Frage: Wann empfinden Sie persönlich ein grenzüberschreitendes Projekt als wirklich erfolgreich? Können Sie ein Projekt nennen, das Ihnen besonders am Herzen liegt und warum gerade dieses für Sie den Kern der Kooperation trifft?
Dr. Markus Meinke: Erfolg bedeutet für mich, einen spürbaren Mehrwert für beide Seiten zu generieren. Ein herausragendes Beispiel ist das Blaulichtwesen im Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst. Durch den grenzüberschreitenden Einsatz von Rettungsmitteln wird schnellere Hilfe für die Bevölkerung geschaffen. Das ist ein Erfolg, der unmittelbar bei den Menschen ankommt und die Vorteile unserer Kooperation verdeutlicht.
Vision einer grenzenlosen Zukunft
Frage: In Ihrer idealen Zukunftsvision für die Region: Wie ändert sich Ihr Alltag und Ihre Arbeit, wenn die Grenze zwischen Oberpfalz und Pilsen nur noch eine formale Linie ist? Was fehlt Ihnen heute noch, um diese Vision persönlich zu erleben?
Dr. Markus Meinke: In meiner Vision spielt es keine Rolle mehr, auf welcher Seite der Grenze man lebt, da man überall die gleichen Möglichkeiten und Leistungen nutzen kann. Digitalisierung und KI werden uns helfen, Sprachbarrieren und Verwaltungshürden abzubauen. Voraussetzung ist jedoch, dass wir strukturelle Unterschiede angleichen und die Menschen diesen Prozess aktiv mittragen.
Interreg Bayern-Tschechien – aktuelle Projekte
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Grenzüberschreitender Rettungsdienst mittels App
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