Gemeinsam und vernetzt die Zukunft in Europa gestalten

Netzwerkveranstaltung der Beratungsbüros Bayerisch-Tschechischer Grenzraum in Niederbayern und Oberfranken bringt zahlreiche Organisationen der transnationalen und interregionalen Kooperation aus Bayern und Tschechien zusammen

Sich austauschen, informieren, ins Gespräch kommen und neue Verbindungen knüpfen – dies stand im Zentrum der bayerisch-tschechischen Netzwerkveranstaltung zu den Interreg-Programmen Donauraum und Mitteleuropa sowie Interreg Europe, die Impulse aus dem bayerisch-tschechischen Grenzraum für die transnationale und interregionale Interreg-Zusammenarbeit aufnahm. Ein besonderes Highlight war die künstlerische Begleitung durch den tschechischen Illustrator und Comickünstler Tomáš Kučerovský, der seine Eindrücke in Zeichnungen festhielt, deren Entstehung das Publikum live mitverfolgen konnte.

Passaus Landrat Raimund Kneidinger begrüßte in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Europaregion Donau-Moldau das Publikum und machte deutlich, dass auch für ihn persönlich – u.a. bedingt durch die geographische Lage seines Landkreises – die wertschätzende Zusammenarbeit über Grenzen hinweg von großer Bedeutung ist und nie als selbstverständlich betrachtet werden kann. Im Rahmen eines virtuellen Grußworts stellte Wunsiedels Landrat Peter Berek, Präsident der Euregio Egrensis AG Bayern, den Dank an die Akteure der europäischen Kooperation und die Freude über alle neu an der Umsetzung von Interreg-Projekten Interessierten in den Vordergrund.

Die thematische Vielfalt der Interreg-Projekte wurde bei sechs Projekt-Pitches deutlich: Von Innovationen und Transformation in der Automobilindustrie, dem Ausbau erneuerbarer Energien über die Digitalisierung und Virtual Reality-Anwendungen in der Pflege bis hin zur Aufwertung des religiösen Erbes und der Wald- und Holzkultur erhielten die Teilnehmenden spannende und persönliche Einblicke in die europäische Projektarbeit. Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt: „Tschechien und Bayern sind – zu unserem großen Glück – wieder als starke Erfolgsregion im Herzen Europas vereint. Wenn dabei Projekte aus der Region heraus entstehen, schaffen sie einen echten Mehrwert für diese. Die vorgestellten transnationalen und interregionalen Interreg-Projekte belegen eindrucksvoll, wie nachhaltige Impulse für unsere Regionen und den bayerisch-tschechischen Grenzraum geschaffen werden konnten. Es freut mich, dass wir solche für die regionale Wirtschaft und das gesellschaftliche Miteinander wichtigen Projekte unterstützen.“

Die nationalen Kontaktstellen der Interreg-Programme Donauraum und Mitteleuropa, Berit Edlich und Mirjam Zillober, brachten das Publikum auf den aktuellsten Stand der Programmumsetzung und ordneten die bereits durch die Projektvorstellungen anschaulich gemachte Wirkung der Projekte ein: Sowohl strukturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich als auch persönlich zeigen sich die langfristigen Wirkungen, die weit über die direkten Projektergebnisse hinausreichen. Neue Netzwerke, Kompetenzen und Ideen bleiben, die europäische Verbundenheit demonstrieren.

Deutlich wurde dies auch im Netzwerkforum: Mehr als 30 verschiedene Projekte und Organisationen hatten Poster eingereicht, so dass viel Raum für vernetzende Gespräche geschaffen werden konnte.

Im Anschluss stellte Pavel Lukeš, Leiter der Abteilung für die transnationalen und interregionalen Interreg-Programme im tschechischen Ministerium für Regionalentwicklung, die aktuellen Entwicklungen zur neuen Förderperiode 2028-2034 vor: „Wir freuen uns sehr, dass Interreg auch im neuen mehrjährigen Finanzrahmen einen festen Platz hat und bewährte Ansätze fortgeführt werden können sowie die Programmräume nach aktuellem Stand beibehalten werden. Es ist schön zu sehen, dass Organisationen aus Tschechien und Bayern sich mit großem Elan weiter vernetzen und auf die neue Förderperiode vorbereiten, um so auch weiterhin in transnationalen und interregionalen Projekten gemeinsam mit Partnern aus weiteren europäischen Ländern zusammenzuarbeiten.“

Zusammen mit Expertinnen und Experten aus anderen europäischen Ländern an einer regionalpolitischen Herausforderung arbeiten und während zweier intensiver Tage von den Erfahrungen profitieren, die andere Regionen zu ähnlichen Fragen bereits gesammelt haben: Dies bietet das Interreg Europe-Beratungsformat „Peer Review“ für Kommunen, Landkreise und weitere öffentliche Gebietskörperschaften. Thorsten Kohlisch, Plattform-Manager des Programms mit Sitz im nordfranzösischen Lille, brachte es auf den Punkt: „Erfahrungen teilen, ko-kreativ mit einem „frischen Blick von außen“ zusammenarbeiten und bewährte Lösungen für die Herausforderungen von Regionen weitergeben – dies bietet das Peer Review-Format in ganz Europa und davon sollen auch Antragsteller in Bayern und Tschechien vermehrt profitieren.“ Im motivierenden Podiumstalk stellte Dr. Thomas Ammerl von der Bayerischen Forschungsallianz die positive Erfahrung der kollegialen Beratung und der Möglichkeit sich zwei Tage lang intensiv mit einer regionalpolitischen Herausforderung zu beschäftigen in den Vordergrund.

Im Anschluss an das offizielle Programm wurden die Gespräche und Vernetzungen intensiv fortgeführt. Die rege Beteiligung und die zahlreichen positiven Rückmeldungen bestätigen den Wert des Formats und bestärken die Organisatoren darin, ähnliche Veranstaltungen auch künftig anzubieten.

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